Unsere Marktmeinung: Die Reimann Investors Depesche

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Kapitalmarkt

Portfolio Insights - Februar 2020

 

 

Kommentar

Depesche - Februar 2020

In den kommenden zehn Jahren könnte die Globalisierung ihren Höhepunkt bereits überschritten haben. Schon heute lässt sich eine solche Entwicklung an mehreren Beispielen ablesen: Der Welthandel ist rückläufig. Die USA verfolgen eine striktere Handelspolitik. Chinas Trendwachstum, also das mittel- bis langfristige Wirtschaftswachstum bereinigt um vorübergehende saisonale und konjunkturelle Schwankungen, verlangsamt sich. Und die strategischen Spannungen zwischen den USA, China und Europa haben zugenommen.

Seit den 1840er-Jahren haben die sogenannte Pax Britannica sowie später die Pax Americana die Globalisierung gefördert und gestärkt. Die Länder unserer Welt oder zumindest unserer westlichen Welt organisierten sich und regierten mithilfe des Konzeptes des freien Handels und einer Ethik der Freiheit nach amerikanischem und europäischem Verständnis. Und in den zurückliegenden Dekaden geopolitischer Stabilität konnte sich die Volksrepublik China zu einer wirtschaftlichen und technologischen Großmacht entwickeln.

Dass unsere weltweiten Verflechtungen ab einem gewissen Punkt sich wieder aufzulösen beginnen, liegt in ihrer Natur begründet, hat also nicht zyklische, sondern strukturelle Ursachen: Heute entwickelt sich geopolitische Stärke zusehends dezentraler. Internationale Verflechtungen werden nicht mehr so stark in den Mittelpunkt politischer und wirtschaftlicher Entscheidungsfindung gestellt. Donald Trump hat es mit seinem Wahlkampfslogan „Make America Great Again“ erfolgreich geschafft, ein negatives Bild von der Globalisierung zu zeichnen, sodass jetzt viele Amerikaner Angst vor internationaler Konkurrenz haben. Allerdings ist nicht Trump derjenige, der diesen wirtschaftspolitischen Kurs, sich von einer weiteren Weltmarktintegration zu distanzieren, angestoßen und ins Rollen gebracht hat – wie häufig angenommen. Auch der US-Präsident ist „lediglich“ sein Gefolgsmann.

Sollten der freie Warenverkehr, der freie Kapitalverkehr und der freie Personenverkehr über Landesgrenzen hinweg in Zukunft abnehmen, wird dies auch Auswirkungen auf das Anlegerverhalten haben: Kleinere Unternehmen werden vom Rückgang der Globalisierung weniger betroffen sein als multinationale Konzerne, deren Geschäftsfelder, Produkte und Dienstleistungen von der Entstehung über die Fertigung bis hin zum Vertrieb auf die ganze Welt ausgelegt sind.

Trotz der beschriebenen multipolaren Tendenzen treiben die Digitalisierung und die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz die Globalisierung weiter voran. Handel, und das meint vor allem freier Handel, ist ein wesentlicher Treiber für den Wohlstand von Staaten und Unternehmen. Die Einigung zwischen den USA und China im Phase-1-Deal ist ein wichtiges Signal: Dass die Weltwirtschaft langsamer wächst, müsste nicht so sein – ein Teil davon wurde durch den Handelskonflikt selbst verursacht. Dies dürfte den Beteiligten sehr wohl bewusst sein. Natürlich werden wir auch in Zukunft in Unternehmen investieren, die von der Digitalisierung – und damit vom Fortschritt – profitieren.

Kapitalmarkt

Portfolio Insights - Januar 2020

 

 

Kommentar

Depesche - Januar 2020

Billig ist nicht immer günstig, denn wer billig kauft, kauft häufig zweimal. Das gilt für Weihnachtsgeschenke ebenso wie bei der Aktienauswahl. Auch wenn es hin und wieder verlockend erscheinen mag, angesichts des weihnachtlichen Geschenkemarathons für die Familie, die Enkelkinder, Freunde und Bekannte, Geschäftspartner, Nachbarn, den Postboten und den Lieblingsbäcker auf Schnäppchenjagd zu gehen – Qualität zahlt sich am Ende in aller Regel aus.

Auch für Aktien spielen die Eigenschaften Qualität und Preis eine maßgebliche Rolle. Allgemein lassen sie sich in zwei Kategorien einteilen: in Wachstums- sowie in Value-Aktien. Wachstumswerte sind Unternehmen mit überdurchschnittlich hoher Gewinnwachstumserwartung und daher generell hoch bewertet. Die Firmen befinden sich oft entweder in der Anfangsphase ihres Wachstums, oder es sind bereits etablierte Unternehmen, deren Umsatz weiterhin mit konstant hoher Rate wächst, wie der Onlineversandhändler Amazon oder der Streamingdienst Netflix.

Value-Aktien hingegen werden üblicherweise zu Bewertungen gehandelt, die unter dem Börsendurchschnitt liegen; auch ihre Kursentwicklung ist verglichen mit dem Gesamtmarkt oftmals unterdurchschnittlich. Meist handelt es sich um Unternehmen mit niedrigem Gewinnwachstum, die mit hohen strukturellen sowie konjunkturellen Risiken zu kämpfen haben. Auch für Warren Buffett zählt beim Investieren nicht nur der Preis und er sagt: „Es ist bei Weitem besser, ein herausragendes Unternehmen zu einem anständigen Preis zu kaufen als ein anständiges Unternehmen zu einem herausragenden Preis.“ Letztendlich – und das mag kaum überraschen – sind Aktien, die günstig bewertet sind, wie aktuell die Deutsche Bank oder der Volkswagenkonzern, in der Regel auch risikoreicher: Ihr niedriger Preis ist nichts anderes als eine Risikoprämie.

Wir verfolgen daher einen ganzheitlichen Ansatz und setzen etwa im Rahmen unserer Qualitäts-Einzelaktienstrategie nicht nur auf den Aktienpreis, sondern vor allem auf Qualität und eine attraktive Bewertung. Aus einem Anlageuniversum, das aus allen Aktien aus entwickelten Ländern gemäß MSCI-Klassifizierung besteht, also aus rund 1.600 Titeln, wählen wir am Ende 30 Aktien aus. Dabei muss die Marktkapitalisierung mindestens 5 Mrd. Euro betragen und Titel mit dem größten Risikoprofil schließen wir von vornherein aus. Alle verbleibenden Unternehmen bewerten und sortieren wir gemäß den höchsten Qualitätswerten, die sich aus den vier Faktoren Profitabilität, Stabilität, Wachstum und Bewertung ergeben. Aufgrund der defensiven Ausrichtung der Strategie umfassen unsere Qualitäts-Einzelaktien vor allem nicht-zyklische Sektoren wie etwa Basiskonsumgüter.

Kapitalmarkt

Portfolio Insights - Dezember 2019

 

 

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Depesche - Dezember 2019

Im dritten Quartal 2019 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland im Vergleich zum Vorquartal überraschend gestiegen. Das Wachstum beträgt zwar lediglich 0,1 %. Jedoch hatten die meisten Konjunkturbeobachter erwartet, dass die Wirtschaftsleistung nach dem zweiten auch im dritten Quartal schrumpfen würde, wodurch Deutschland in eine sogenannte technische Rezession gerutscht wäre.

Seit Anfang 2017 sorgt US-Präsident Donald Trump mit seinem Handelskrieg und seinen Twitter-Nachrichten für Unsicherheit vor allem bei exportorientierten Volkswirtschaften wie Deutschland. Dass die deutsche Wirtschaft dennoch wächst, wenn auch nur minimal, zeigt, wie erstaunlich widerstandsfähig die Konjunktur aktuell noch ist. Und dass sich die Dinge manchmal anders entwickeln als angenommen. Deutschlands wichtigster Frühindikator, der ifo-Geschäftsklimaindex, ist zuletzt nicht weiter gesunken, sondern verharrt auf dem Vormonatsniveau. Die Erwartungen der Unternehmen an die deutsche Wirtschaft haben sich im Oktober verbessert. Die regelmäßig vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Börsenexperten schätzten die Konjunkturaussichten für Deutschland jüngst so gut ein wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Verstärkt werden könnte die positive Tendenz zudem durch den Bau eines Tesla-Werks in Brandenburg. Der US-Elektroautomobilhersteller plant dafür Investitionen in Höhe von bis zu vier Milliarden Euro. Mehrere Tausend Arbeitsplätze könnten durch die neue Fabrik bei Berlin entstehen, deren Bauarbeiten schon in wenigen Monaten beginnen sollen. Mit dem härtesten Wettbewerber vor Ort dürften der Ausbau und die Weiterentwicklung der Elektromobilität in Deutschland an Fahrt gewinnen. Die Region Ostdeutschland und Zuliefererbetriebe könnten ebenfalls vom Tesla-Zuzug profitieren.

Und auch die US-Konjunktur befindet sich in einer soliden Verfassung und bleibt auf Wachstumskurs: Das US-BIP ist im dritten Quartal einer ersten Schätzung zufolge um 1,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Von April bis Juni waren es 2 %. Das ifo-Weltwirtschaftsklima hingegen, eine weltweite Expertenbefragung, zeigte Mitte November erneut eine Eintrübung an: Die Weltkonjunktur kühlt sich weiter ab. Für 2020 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) zwar ein Weltwirtschaftswachstum von 3,4 %. Allerdings hatten die Ökonomen die wirtschaftliche Lage in der Vergangenheit schon öfter zu positiv eingeschätzt. Zudem haben sie bereits eingeräumt, dass die Abwärtsrisiken in der Prognose überwiegen würden.

Indikatoren und Erwartungen zeigen also ein gemischtes Bild. Aktuell profitieren wir mit einer hohen Aktienquote von den positiven Kursentwicklungen. Die steigenden Kurse zeigen, dass die Investoren eher optimistische Erwartungen an die Zukunft haben. Mit Blick auf die derzeit unterschiedlichen Wachstumsprognosen halten wir uns aber stets die Option offen, zügig zu einer neutralen Aktienquote zurückzukehren, die es erlaubt, zeitnah und flexibel auf neue Entwicklungen zu reagieren. Zudem verfolgen wir kontinuierlich neue Trends und Technologien auf künftiges Investitionspotenzial.