Unsere Marktmeinung: Die Reimann Investors Depesche

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Kapitalmarkt

Portfolio Insights - November 2022

 

 

Kommentar

Depesche - Dezember 2022

Die Zwischenwahlen in den USA Mitte November, die sogenannten Midterms, waren von Politik, Wirtschaft und Kapitalmärkten mit Spannung erwartet worden. Die weitere politische Ausrichtung der USA als größte Wirtschaftsnation ist weltweit von großem Interesse. Und dann: wurde die Wahl aus Kapitalmarktsicht zu einem Non-Event. Das heißt, sie hatte keine größeren Kursausschläge zur Folge. Zwar war die Erwartung im Vorfeld gewesen, dass die Republikaner ein starkes Ergebnis erzielen könnten – was dann aber nicht eingetreten war, da die Demokraten ihre Mehrheit im Senat verteidigen konnten. Allerdings bewerteten die Kapitalmärkte auch das etwas besser als erwartete Ergebnis der Demokraten leicht negativ, da die weniger wirtschaftsliberale Agenda einer demokratischen Regierung etwa höhere Unternehmenssteuern und eine stärkere Regulierung von Wirtschaftszweigen und Unternehmen bedeutet. Daher waren die Aktienmärkte im Anschluss an die Wahlen ein wenig gefallen. Zudem plant US-Präsident Joe Biden ein Energie-Konjunktur-Programm aufzulegen, um bestimmte Branchen und Technologien zu stützen. Aus europäischer Sicht beispielsweise wird dies als Subventionierung der US-Wirtschaft interpretiert und damit negativ gesehen. Natürlich lassen sich mit solch einem Programm prinzipiell positive Wirtschaftsanreize setzen, nur mag der Zeitpunkt Risiken bergen: In einem Umfeld wie derzeit mit hoher Inflation und heiß gelaufener Konjunktur besteht die Gefahr, diese Entwicklung weiter zu befeuern.

Nichtsdestotrotz: Ein weitaus wichtigeres, weil deutlich mehr beachtetes Kapitalmarktereignis der vergangenen Wochen war der jüngste Inflationsreport für die USA. Demnach hatte die US-Inflationsrate spürbar stärker als erwartet nachgegeben, nämlich von 8,2 % im September auf 7,7 % im Oktober. Von besonderem Interesse war die Entwicklung der Kerninflationsrate, die von 6,6 % auf 6,3 % ebenfalls rückläufig war. Die Aktienmärkte reagierten äußerst positiv und legten eine kurzzeitige Kursrally hin, in der etwa der US-Technologie-Index Nasdaq mehr als 7 % an einem Tag an Wert hinzugewann.

Auch wir werten die aktuellen US-Inflationszahlen, insbesondere den Rückgang der Kerninflation, als positives Signal, nachdem die Verbraucherpreise in den vergangenen Monaten auf hohem Niveau verharrten oder teils weiter gestiegen waren. Dennoch bleiben wir vorerst vorsichtig und abwartend. Bekanntlich macht eine Schwalbe noch keinen Sommer. Will heißen, ein Einzelergebnis ist noch kein langfristiger, stabiler Trend. Aber es macht durchaus Hoffnung. Allerdings hatte auch US-Notenbankchef Jerome Powell zuletzt immer wieder betont, dass die Fed eine über Monate stetig rückläufige Inflation als Ziel und Voraussetzung für eine Abkehr von ihrer strikten Zins- und Geldpolitik ansieht.

Aktuell zumindest scheint es, als hätte die Fed die US-Inflation ein Stück weit in den Griff bekommen. Gelingt ihr das weiterhin, gehen wir von einer weiteren Erholung an den Aktienmärkten aus. Momentan belassen wir unsere Aktienquote quasi unverändert und investieren bei Anleihen etwas stärker in Unternehmensanleihen, die derzeit ein sehr attraktives Rendite-Risiko-Profil aufweisen.

Kapitalmarkt

Portfolio Insights - Oktober 2022

 

 

Kommentar

Depesche - November 2022

In den vergangenen beiden Jahren ist die Inflationsrate in den wichtigen Wirtschaftsräumen weltweit sehr stark angestiegen: In den USA und Deutschland befindet sich die Inflation derzeit auf dem höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten. Verursacht wurde der Anstieg durch eine Kombination aus gesteigerter Güternachfrage und Angebotsengpässen: Durch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken, fiskalische Hilfsmaßnahmen der Regierungen und während der Corona-Lockdowns stieg die Güternachfrage. Die Angebotsseite wurde beeinträchtigt durch die Lockdowns, Produktionsausfälle und Transportverzögerungen sowie den Russland-Ukraine-Krieg.

Allerdings: Auch wenn die Inflationsraten derzeit noch sehr hoch sind, erwarten Ökonomen einen Rückgang der Preissteigerungen. Besonders in den USA sind die Inflationserwartungen deutlich gefallen: 2024 sollen die Preise dort auf etwa das Niveau von vor dem Beginn der Pandemie zurücksinken.

Gründe hierfür sind zum einen, dass die großen Zentralbanken den hohen Preisen in den vergangenen Monaten durch eine restriktive Geldpolitik entgegengesteuert hatten. Zudem dürften sich die temporären Inflationstreiber mittelfristig normalisieren: So führen die gestiegenen Energiekosten bereits jetzt zu verringerten Konsumausgaben aufseiten der Verbraucher. Die drohende Rezession drückt die Konsumentenstimmung zusätzlich und die Nachfrage verschiebt sich eher weg von Gütern mehr hin zu Dienstleistungen. Gleichzeitig werden die bisherigen pandemiebedingten Lieferketten- engpässe wieder abgebaut und der globale Energiemarkt ordnet sich neu. Russland wird zukünftig primär Asien beliefern und Europa seine Energie aus Nordamerika und dem Mittleren Osten beziehen.

Konjunkturseitig folgte in der Vergangenheit auf eine Phase mit mehreren Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed wie in diesem Jahr häufig eine Rezession. Auch für 2022 erwarten Ökonomen führender Finanz- und Wirtschaftsforschungs- institute eine deutlich langsamere Erholung der globalen Konjunktur. Für das Jahr 2023 schätzen sie das Wachstum auf nur noch 2,5 %. Die sinkenden Rohstoffpreise, insbesondere die rückläufigen Preise für Industriemetalle, deuten ebenfalls auf eine sich abschwächende Weltkonjunktur hin: Führte die erhöhte Nachfrage nach Abklingen der Coronapandemie ab Herbst letzten Jahres noch zu einem starken Anstieg der Rohstoffpreise, und waren mit Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs insbesondere die Preise für Energie und Weizen weiter gestiegen, waren die Rohstoffpreise in den letzten Monaten wieder gefallen.

Welche Perspektiven also bleiben für die Kapitalmärkte zwischen aktuell hoher Inflation und wahrscheinlicher Rezession? Die Konjunktur der meisten Industrienationen dürfte in den kommenden Quartalen in eine Rezession abgleiten. Im Falle einer deutlichen Abkühlung der globalen Konjunktur sind Investitionen in defensive Anlageklassen angezeigt. Darauf sind die Reimann Investors Vermögensmandate bereits vorbereitet, indem wir etwa die Aktienquote reduziert haben sowie verstärkt in defensive Aktien, liquide alternative Investments und Gold investieren. Da allerdings die Bewertungen von Aktien und insbesondere Anleihen in den letzten Monaten gefallen waren, erwarten wir in der längerfristigen Zukunft wieder deutlich höhere Aktienrenditen bzw. Zinsen bei Anleihen. Kritisch bleibt aus unserer Sicht, ob die Fed die US-Inflation in den Griff bekommen wird. Gelingt ihr das, gehen wir von einer Erholung am Aktienmarkt aus.

Kapitalmarkt

Portfolio Insights - September 2022

 

 

Kommentar

Depesche - Oktober 2022

Die Inflation ist aktuell in den meisten Industrienationen hoch und eines der derzeit bestimmenden Themen. Interessanterweise aber sind die Preistreiber oft unterschiedliche.

Entgegen dem Trend überraschte die Inflation in den USA im Juli nach unten: Im Jahresvergleich stieg der Index für alle Artikel um 8,5 %, verglichen mit noch 9,1 % im Juni. Die Kerninflation, die die volatilen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausschließt und damit ein weniger schwankungsanfälliges Maß für die allgemeine Preisentwicklung ist, schwächte sich ebenfalls auf 5,9 % ab, was hauptsächlich auf die Zurückhaltung bei Autos und reisebezogenen Kategorien zurückzuführen war. Der Verbraucherpreisindex für alle städtischen Verbraucher blieb im Juli 2022 unverändert: Da die Benzinpreise um 7,7 % gefallen waren, kompensierten sie den Anstieg der Lebensmittel- und Unterkunftspreise, der Index für alle Artikel änderte sich somit nicht. Dieser Trend könnte im August aufgrund weiter sinkender Benzinpreise anhalten. Dennoch deuten die jüngsten Lohn- und Produktivitätsdaten auf weiter bevorstehenden Preisdruck hin und mehrere US-Notenbanker haben bereits angekündigt, dass weitere Zinsschritte nötig sein könnten.

In der Eurozone hingegen sind die Energiepreise Haupttreiber der Inflation. Mit 4 % ist die Kerninflation hier deutlich niedriger als in den USA. In Großbritannien prognostizieren Ökonomen derzeit gar eine Inflationsrate in Höhe von 18 %. Ein wichtiger Grund: der Brexit und damit verbundene Zölle sowie drastisch steigende Energiepreise. 80 % mehr soll laut der staatlichen Regulierungsbehörde Ofgem ein britischer Durchschnittshaushalt für seine jährliche Energierechnung bezahlen, das sind laut Wechselkurs von Ende August 3.549 Pfund bzw. 4.187 Euro. Auch in Deutschland stieg die Infla- tionsrate von 8,2 % im Juni auf 8,5 % im Juli und lag damit deutlich über der Markterwartung von 8,1 %. Trotz politischer Gegenmaßnahmen wie des 9-Euro-Tickets und des Tankrabatts. Da diese im September ausgelaufen sind, könnte die Inflation hierzulande zusammen mit der Sorge um die Gasversorgung auf 10 % steigen. Und selbst in Japan, bekannt für seine ultralockere Geldpolitik, steigt die Inflation schneller: Im April sprang die Inflationsrate auf 2,1 %, nachdem sie im Januar noch bei 0,5 % gelegen hatte. Zwar ist sie damit noch vergleichsweise niedrig. Aber seit dem Russland-Ukraine-Krieg steigen auch hier die Energie- und Lebensmittelpreise, Düngemittel werden zu teuer für die Bauern.

Dennoch prognostiziert der Finanzdienstleister Bloomberg, dass die Inflation im zweiten Halbjahr 2022 insbesondere in den USA langsam sinken dürfte, da die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) dort mit deutlichen Zinsanhebungen gegensteuert. In der Eurozone wird die Inflation wohl bis 2023 relativ hoch bleiben, da die Europäische Zentralbank (EZB) weniger Maßnahmen ergreift und das Problem eher angebotsseitig und von den steigenden Energiepreisen herrührt. Hier muss sich der Energiemarkt erst neu ordnen. Durch die hohen Preise lohnt es sich beispielsweise für die Energie- förderer, neue Vorkommen zu erschließen, was die Preise längerfristig drücken sollte. So wird Deutschland künftig mehr Energie aus Kanada, Norwegen und dem Nahen Osten beziehen, während Russland primär nach Asien exportieren wird.

In unseren Vermögensmandaten bleiben wir daher vorerst in Anleihen deutlich untergewichtet, auch wenn die Renditen für US-Anleihen beginnen, wieder attraktiver zu werden. Unsere Aktienquote halten wir ebenfalls nach wie vor moderat untergewichtet, da die geopolitischen und Rezessionsrisiken weiterhin sehr hoch sind.