Unsere Marktmeinung: Die Reimann Investors Depesche

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Kapitalmarkt

Portfolio Insights - Mai 2020

 

 

Kommentar

Depesche - Mai 2020

Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland ifo, IfW, DIW, RWI und IWH erwarten einen drastischen Einbruch der deutschen Wirtschaft – aber schwächer als zuletzt befürchtet. In ihrer Gemeinschaftsdiagnose, die sie zweimal jährlich erstellen, schätzen sie, dass sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni um 9,8 % verringern wird. Das wäre der stärkste hierzulande jemals gemessene Quartalswachstumseinbruch. Sehr positiv bewerten die Forscher aber die massiven Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung, die eine kräftige Erholung ermöglichen sollten. Für 2021 rechnen die Institute deshalb mit einem kräftigen Wiederaufschwung und einer Zunahme des BIP um 5,8 %. Für die Eurozone erwarten sie für denselben Zeitraum einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,3 % – weil die Rezession besonders stark Italien mit einem Minus von 9,8 % und Spanien mit einem Minus von 7,9 % treffen dürfte.

Der Internationalen Währungsfonds (IWF) rechnet in seinem neuen Konjunkturausblick mit einer Weltrezession, die in ihrer Tiefe nur mit der Großen Depression 1929 vergleichbar sein dürfte – für das Jahr 2020 erwartet er einen Einbruch der Weltwirtschaft um 3 %. Deutschland etwa müsse 2020 mit einem BIP-Verlust von 7 % rechnen, Italiens Wirtschaft soll um 9,1 %, Spaniens um 8 % schrumpfen. Die USA erleide ein Minus von 6,1 %. Nach dem Einbruch soll die Weltwirtschaft 2021 dem IWF nach wieder stark wachsen – um 5,8 %.

Der ehemalige Chefökonom des IWF und Harvard-Professor Kenneth, der eher als zurückhaltender und vorsichtiger Ökonom gilt, formuliert seine aktuelle Einschätzung zur US-Konjunktur drastisch: War diese vor Kurzem der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft, werde die Wirtschaft in den USA laut Rogoff bis zu 25 % im zweiten Quartal annualisiert, also auf das Jahr hochgerechnet, einbrechen und die Arbeitslosenquote kurzfristig auf gut 13 % ansteigen.

Wie Sie sehen, gehen die Prognosen über die Konjunkturentwicklung und vor allem die Stärke eines möglichen Aufschwungs teils weit auseinander. Die Verunsicherung darüber, welche Auswirkungen der verordnete Stillstand großer Teile der Wirtschaft zur Bekämpfung des Coronavirus tatsächlich haben wird, ist selbst unter den renommiertesten und erfahrensten Experten groß. Das liegt auch daran, dass es sich bei der aktuellen Krise um ein Ereignis handelt, zu dem auch aufgrund seines weltweiten Ausmaßes und dem sehr schnellen Voranschreiten bislang noch keine verlässlichen Erfahrungswerte existieren und dessen Ausgang nur schwer zu prognostizieren ist. Wir beziehen die Einschätzungen wichtiger Experten natürlich in unsere Analysen und Überlegungen mit ein, nutzen aber im Wesentlichen unsere eigenen Modelle und Berechnungen. Trotz allem ist die Lage an den Finanzmärkten Mitte April relativ ruhig: Diese scheinen derzeit das Szenario eingepreist zu haben, dass es sich um eine eher kurz- bis mittelfristige Krise handelt und sich die globale Wirtschaft sukzessive erholen wird. Dieser Verlauf ist keineswegs sicher. Aber vielleicht liegt es im Bereich des Möglichen, dass einzelne Länder ihre Wirtschaft zumindest in Teilen wieder aktivieren. Ein solcher – wenn zu Beginn auch kleiner – Schritt zurück in Richtung Normalität wäre ein nicht zu unterschätzendes positives Signal an die Konjunktur, die Kapitalmärkte und zuletzt jeden Einzelnen von uns.

Kapitalmarkt

Portfolio Insights - April 2020

 

 

Kommentar

Depesche - April 2020

In dieser Depesche möchte ich Sie darüber informieren, wie wir mit den derzeit absehbaren Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie umgehen. Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 war im Dezember 2019 in der chinesischen Millionenstadt Wuhan erstmals entdeckt worden und verbreitete sich sehr schnell über China hinaus auf fast allen Kontinenten. Bis heute sind bereits mehr als 400.000 Menschen weltweit infiziert. Da das Virus bei bestimmten Risikogruppen – Ältere und alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen – einen schweren Krankheitsverlauf (Covid-19) mit Lungenentzündung, die eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich macht, verursachen kann, droht in vielen Ländern eine Überlastung des Gesundheitssystems. Viele Regierungen haben deshalb teils drastische Maßnahmen ergriffen: In Deutschland gelten vielerorts Versammlungsverbote für mehr als zwei Personen; Schulen, Geschäfte und Restaurants mussten weitgehend ihren Betrieb einstellen. Fast alle Länder Europas haben ihre Grenzen geschlossen. Die damit einhergehende Drosselung der Realwirtschaft führte bereits jetzt zu massiven Kursverlusten an den Kapitalmärkten, aber auch zu beispiellosen Gegenmaßnahmen der Regierungen, Notenbanken und der Europäischen Union.

Auch wenn diese Gegenmaßnahmen, insbesondere die großen fiskalischen Nothilfeprogramme, darauf abzielen, den Folgen der realwirtschaftlichen Betriebsschließungen und Unterbrechungen von Logistik- und Wertschöpfungsketten entgegenzuwirken, so müssen wir dennoch davon ausgehen, dass ein großer makroökonomischer Schaden entstanden ist. Diesen Befund bestätigen die gängigen Konjunkturindikatoren. So fielen z. B. in allen Industriestaaten die Einkaufsmanagerindizes auf Tiefststände. Ob und in welchem Ausmaß die von den Regierungen geschnürten Milliardenpakete Wirkung gegen einen längeren Abschwung der globalen Konjunktur bewirken werden, bleibt abzuwarten. Die Mehrheit der ökonomischen Experten geht derzeit von einer bevorstehenden globalen Rezession aus. Der Finanzinformationsdienstleister Bloomberg schätzt, dass das Weltwirtschaftswachstum in der ersten Jahreshälfte um ca. 1,8 % schrumpfen wird. Die Unternehmensgewinneinbußen und Einkommensverluste der Privathaushalte dürften sich nach ersten Schätzungen allein für Europa auf ca. 350 Milliarden Euro belaufen. Ob sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte wieder erholen wird, hängt entscheidend davon ab, ob es der Staatengemeinschaft gelingt, die Verbreitung des Virus schnell unter Kontrolle zu bringen. Wären sie erfolgreich, erwarten die Experten von Bloomberg für das Jahr 2020 ein Negativwachstum der Weltwirtschaft von 0,2 %.

Die Situation ist außergewöhnlich. Und selbstverständlich mit sehr großer Unsicherheit verbunden. Die Aktienmärkte brachen in den vergangenen Wochen wiederholt ein: Wichtige Leitindizes wie der DAX und der S&P 500 verloren seit Beginn der Abwärtsentwicklung zeitweise zwischen 30 % und 40 % ihres Wertes. Wir reagierten frühzeitig auf die unvermittelt eintretenden Marktbewegungen und reduzierten unsere Aktienquote mittels Absicherungen in mehreren, großen Schritten von rund 62 % Mitte Februar auf derzeit gut 15 %. Diese aktive und kurzfristige Art des Risikomanagements bewirkte, dass wir die Kursverluste der Märkte in unserem Fonds deutlich dämpfen konnten.

Kapitalmarkt

Portfolio Insights - März 2020

 

 

Kommentar

Depesche - März 2020

Einem Zitat des US-amerikanischen Schauspielers und Komikers Danny Kaye zufolge, ist Wirtschaftswissenschaft die einzige Disziplin, in der jedes Jahr auf dieselben Fragen andere Antworten richtig sind. Unserer Ansicht nach dürfte sich 2020 das Weltwirtschaftswachstum etwas erholen und um rund 3,3 % steigen. Vorausgesetzt, plötzlich auftretende Risiken wie das Coronavirus bringen keine tief greifenderen Veränderungen mit sich. Wichtige Frühindikatoren der Eurozone wie etwa der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes oder der ifo Geschäftsklimaindex zeigen eine Bodenbildung beziehungsweise eine positive Dynamik. Und das Rezessionsrisiko für die USA ist für das Jahr 2020 derzeit gering.

Die Kapitalmärkte sind aktuell geprägt von Optimismus an den Aktien- und Pessimismus an den Anleihenmärkten: Das sogenannte Stock-Bond-Ratio, das die Aktien- sowie die Anleihenkurse zueinander ins Verhältnis setzt, hat sich nach einem starken Einbruch Ende 2018 deutlich erholt und zeigt eine nachhaltige Aufwärtsdynamik bei Aktien. Der globale Aktienmarkt ist derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 17 attraktiv bewertet. Zum Vergleich: Ende 2017 stand das KGV noch bei einem Wert von 18 und während der Dotcom-Blase sogar bei 27. Zudem haben US-Wahljahre für die amerikanischen, aber auch weltweiten Aktienmärkte eine besondere Bedeutung: 55 % der Aktien im globalen MSCI All Country World Index sind amerikanische Titel. Und der amerikanische Markt hat in Wahljahren eher die Tendenz zu steigen, wobei sich der Zeitraum zwischen Februar und Juni meist schwierig gestaltet. Während relativ sichere Investitionen wie Staatsanleihen nur über geringes Renditepotenzial verfügen, sind die Ertragsaussichten bei Unternehmensanleihen zwar höher, aber auch risikobehafteter. Gold erfüllt in Zeiten erhöhter Nervosität an den Kapitalmärkten seine Funktion als sicherer Hafen.

Unser langfristiger Ausblick lautet daher: Das globale Wirtschaftswachstum entwickelt sich weiterhin leicht positiv, aber uneinheitlich. Während China und die USA relativ hohe Wachstumsraten verzeichnen, fallen Europa und Japan zurück. Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China sind struktureller Natur, weshalb wir auch in Zukunft mit erhöhten politischen Risiken, sowohl weltweit als auch in Europa, rechnen. Und wir erwarten, dass die Zentralbanken, insbesondere die Europäische Zentralbank (EZB), die Zinsen auch in den nächsten Jahren niedrig halten werden.

Für unsere Anlagestrategie bedeutet das: Das systemische Risiko an den globalen Kapitalmärkten wird tendenziell zunehmen. Daher und um an den Wachstumschancen der verschiedenen Wirtschaftsräume zu partizipieren ist eine hinreichende Diversifikation über verschiedene Regionen und Assetklassen sowie eine permanente Kontrolle der Risiken entscheidend. Aktien sind als langfristige Renditebringer im derzeitigen Niedrigzinsumfeld nach wie vor unsere wichtigste Anlageklasse.