Unsere Marktmeinung: Die Reimann Investors Depesche

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Kapitalmarkt

Portfolio Insights - Januar 2022

 

 

Kommentar

Depesche - Januar 2022

Aktuell dominieren Meldungen über die neue Coronavirus-Variante Omikron die Nachrichten. Während in Deutschland, etwa in Schleswig-Holstein, das Auftreten von Omikron bisher nur in Einzelfällen nachgewiesen ist, setzt sich die Variante im angrenzenden Dänemark seit rund einer Woche (Stand: 15.12.2021) zunehmend durch. 84 % der Menschen dort, die sich mit Omikron infiziert haben, sind doppelt geimpft, 9 % bereits dreifach. Die Variante breitet sich, derzeit vor allem im Raum Kopenhagen, rasant aus. Allerdings wurden laut Angaben des Staatlichen Serum-Instituts bisher 28 Omikron-Fälle in dänischen Krankenhäusern behandelt – dieser Anteil entspricht etwa der üblichen Hospitalisierungsrate. Und die Hälfte dieser Patienten ist bereits wieder entlassen.

Gut möglich also, dass Omikron der erste beziehungsweise ein weiterer Schritt hin zu einem sogenannten endemischen Status ist, also einem ausgeglichenen Zustand, in dem die Krankheitsfälle innerhalb einer Region kontinuierlich oder periodisch stabil bleiben und die Menschen über Schutzvorkehrungen verfügen. Im Falle von Corona ist dieser Schutz die Immunantwort nach Erstkontakt oder Impfung. Die Virulenz des Virus schwächt sich ab, je mehr Menschen sich bereits damit infiziert haben oder geimpft sind. Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt an, dass die Intensivbettenbelegung in Südafrika zwischen dem 14. November und 4. Dezember bei 6,3 % lag – und damit wesentlich niedriger als während der dritten Welle im Juli, die von der Delta-Variante dominiert wurde. Und auch Christian Drosten sagt, Erkenntnisse aus England, Dänemark und Südafrika zeigen, dass sich Omikron zwar deutlich rascher als Delta verbreitet, aber wohl eher einen milden Krankheitsverlauf nach sich zieht. Corona werde in ein oder zwei Jahren einem normalen Erkältungsvirus ähneln, so der Virologe.

Die Aktienmärkte zeigten sich seit den ersten Meldungen zu Omikron Ende November verunsichert: Die weltweiten Kurse erlitten einen kurzfristigen Rücksetzer, erholten sich anschließend aber wieder. Insbesondere die Aktienkursentwicklung von Unternehmen aus dem Reise- und Freizeitsektor signalisiert derzeit, dass die Auswirkungen der Omikron-Variante bisher limitiert sind. Im Vergleich zum globalen Aktienmarkt, gemessen am MSCI All Country World Index (ACWI), verloren Aktien aus dem europäischen Reisesegment zu Beginn der Pandemie mit –55 % etwa 15 % mehr als der Gesamtmarkt. Eine Reaktion dieses Segments dient daher als guter Indikator, wie schwerwiegend neue Entwicklungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie unter den Marktteilnehmern eingeschätzt werden: Als sich die ersten Omikron-Nachrichten verbreiteten, gab es hier mit über –21 % einen gegenüber dem globalen Aktienmarkt mehr als viermal so starken Kurssturz. Das heißt: Die Gefahr von Omikron wird zwar ernst genommen, jedoch werden im Gegensatz zum Beginn der Pandemie die Folgen für den Gesamtmarkt als deutlich weniger drastisch angesehen.

Auch wenn wir nach wie vor Kursrisiken in Form unerwarteter Entwicklungen im Rahmen der Coronapandemie sehen, auch mit und nach Omikron sowie in der künftig wahrscheinlich restriktiveren Geldpolitik der US-Notenbank, bewerten wir Aktien aufgrund des insgesamt positiven makroökonomischen Umfelds und guten Kursentwicklung weiterhin als die attraktivste Anlageklasse, um langfristig eine positive Wertentwicklung zu erzielen.

Kapitalmarkt

Portfolio Insights - Dezember 2021

 

 

Kommentar

Depesche - Dezember 2021

Kommt jetzt die Stagflation? Seit einigen Wochen beschäftigen sich die Medien vermehrt mit diesem Thema. Bei Google wird nach dem Begriff insbesondere in asiatischen Ländern häufig gesucht; aber auch die Statistiken für Deutschland zeigen, dass die diesbezüglichen Suchanfragen hierzulande deutlich zugenommen haben. Die weltweiten Google-Suchen nach „Stagflation“ sind so hoch wie zuletzt während der globalen Finanzkrise im Jahr 2008.

Der Begriff Stagflation geht auf den englischen Politiker Iain Macleod zurück, der ihn Ende der 1960er-Jahre benutzte, um das damals von wachsender Arbeitslosigkeit und steigender Inflation gekennzeichnete Wirtschaftsumfeld zu beschreiben. Er setzt sich aus den beiden Komponenten Stagnation und Inflation zusammen und bezeichnet eine Kombination aus abnehmender Wirtschaftsleistung und zunehmender Inflation.

Von einer Stagflation wie während der Ölkrise in den 1970er-Jahren in den USA sind wir heute weit entfernt. Allerdings befinden sich die gemessenen Inflationsraten in vielen Industrienationen derzeit auf einem historisch hohen Niveau. Treiber sind insbesondere die Energiekosten, aber auch gestiegene Preise für Personenkraftwägen und Nahrungsmittel. Die Verbraucherpreise in Deutschland waren im Oktober 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,5 % gestiegen. Am stärksten legten mit 18,6 % die Preise für Benzin, Heizöl und Gas zu. Ökonomen prognostizieren jedoch eine kontinuierliche Abnahme und Normalisierung der Inflationsraten in den kommenden Jahren. Dennoch wird die Inflation nicht mehr zu dem niedrigen Niveau der letzten 5 Jahre zurückkehren, das signalisieren die aus den Anleihenmärkten abgeleiteten langfristigen Inflationserwartungen über die nächsten 10 Jahre.

Aber warum steigen die Preise gerade? Bedingt durch die Coronapandemie sind viele Lieferketten in unserer heutigen globalisierten und auf „just in time“ ausgelegten Produktion aus dem Takt geraten. Die Folge sind stark angestiegene Lieferzeiten für insbesondere in Asien hergestellte Produkte. Zudem sind die Frachtraten für Containerschiffe explodiert. Hinzu kommt eine deutliche gestiegene Nachfrage der privaten Haushalte, die sich während der Krise angestaut hatte.

Und was ist mit dem Wirtschaftswachstum? Nach dem durch die Pandemie bedingten Einbruch der globalen Wirtschaftsleistung 2020 erholen sich die größten Wirtschaftsräume 2021 deutlich. 2022 soll sich das Wachstum Prognosen zufolge wieder normalisieren. Eine Stagnation der Wirtschaft ist aktuell also nicht ersichtlich. Allerdings wird sich das momentan sehr hohe Wachstum langsam abschwächen und sich dem langfristigen Durchschnitt angleichen.

Investoren und Konsumenten müssen sich also voraussichtlich auf höhere Inflationsraten einstellen als in der jüngeren Vergangenheit. Von einem sehr hohen Anstieg der Inflation oder gar einer Hyperinflation ist derzeit jedoch nicht auszugehen. Und auch eine Stagflation, also ein wirtschaftlicher Abschwung gepaart mit einer hohen Inflation, scheint aktuell wenig realistisch. Dass die momentan hohen Inflationsraten noch einige Zeit andauern, halten wir jedoch für wahrscheinlich. Wir sehen daher aktuell insbesondere Realwerte wie Aktien und Rohstoffe als wichtige Portfoliobausteine für die kommenden Monate.

Kapitalmarkt

Portfolio Insights - November 2021

 

 

Kommentar

Depesche - November 2021

In den Schwellenländermärkten bestanden in den vergangenen Monaten und zeigen sich auch derzeit mehrere Unsicherheiten: Hilfsprogramme und geldpolitische Maßnahmen wurden zurückgefahren, die Wirtschaftsdaten lagen hinter den Erwartungen zurück und deuteten auf ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum hin. In China hat die Inflation, wie in den USA und Europa, ebenfalls angezogen. Die chinesischen Industriebetriebe hatten ihre Preise im September wegen hoher Rohstoffkosten, Stromausfällen sowie Lieferengpässen stärker angehoben als erwartet. Anleger zeigten sich verunsichert von den schwächeren Konjunkturdaten infolge der gestiegenen Rohstoffpreise sowie einer zunehmenden Regulierung, etwa in der Technologiebranche.

Natürlich ist Regulierung in China nichts Neues. Allein in diesem Jahr kündigte die Volksrepublik neue Kartellbestimmungen an und belegte den größten Onlinehändler des Landes, Alibaba, mit einer Geldstrafe in Höhe von 2,8 Mrd. US-Dollar. Die Finanzdienstleistungsaufsicht erließ Vorgaben für den Internetriesen Tencent sowie zwölf weitere Onlineunternehmen. Und die chinesische Regierung untersagte Onlineangebote im Bildungsbereich und verschärfte die Regeln im Immobilienmarkt. Zusammen mit der Coronapandemie und dadurch unterbrochene Lieferketten war dies ein satter Dämpfer für das Wirtschaftswachstum. Auch die chinesischen Börsen reagierten auf die neuen Regulierungsmaßnahmen: Der CSI 300 Index fiel seit seinem Höchststand Anfang Februar 2021 um –11,8 % (Stand: 08.10.2021), da Investoren im Zuge der Regulierungen ein verringertes Ertragspotenzial eingepreist haben. In den vergangenen Monaten waren auch die Risikoaufschläge für Schwellenländeranleihen wieder deutlich angestiegen. Die Zahlungsschwierigkeiten des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande im September machen deutlich, dass in einigen Marktsegmenten hohe Ausfallrisiken bestehen.

Trotz alledem: Langfristig negative Auswirkungen sehen wir für China nicht. Das Land ist nach den USA, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde und wichtigster Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Chinas globaler Einfluss ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, gerade auch als Gegenpol zu den USA. Dieser Trend wird unserer Meinung nach bis auf Weiteres anhalten. Wir haben daher die aktuell vergleichsweise günstige Bewertung chinesischer Aktien genutzt, um eine kleinere Position auf chinesische Aktien in unser Portfolio zu integrieren. So wollen wir von den künftigen Wachstumschancen profitieren. Entscheidend ist auch hier, die Investments breit zu diversifizieren, da etwa neue Regulierungsmaßnahmen und strategische Entscheidungen mit Blick auf die künftige Wirtschaftspolitik nicht immer abzusehen sind.